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"Wir wollen Sie (rechtlich) freisetzen, Ihren Auftrag noch besser zu erfüllen."

Warum „stiften gehen“ gerade heute noch sinnvoll ist

Einleitung

Waren die Deutschen lange Zeit eher bekannt für eine Vielzahl an Vereinsgründungen, so scheint das Gründen von Stiftungen ungebremst zu boomen. Allein bei rechtsfähigen Stiftungen gibt es eine Wachstumsrate von bis zu 1.020 Stiftungen 2008 (2006: 899).

Allein in den zurückliegenden 9 Jahren wurden mehr Gründungen rechtsfähiger Stiftungen registriert als in der 51-jährigen Geschichte der Bundesrepublik zuvor. Mehr als ein Fünftel aller Stiftungen stammen aus Nordrhein-Westfalen. Spitzenreiter unter den Stiftungshauptstädten ist nach wie vor Frankfurt am Main mit 72 Stiftungen pro 100.000 Einwohner, dicht gefolgt von Würzburg.(Quelle: www.Stiftungen.org/presse). Die Anzahl neu gegründeter nicht rechtsfähiger Stiftungen sind mangels Register nicht bekannt, liegen aber geschätzt um ein Vielfaches darüber.

Insgesamt gibt es aktuell über 16000 rechtsfähige Stiftungen, die ganz überwiegend steuerbegünstigt, die also gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen; daneben noch ein paar hundert Unternehmensverbundenen Stiftungen sowie etwas über 500 Familienstiftungen. Unselbständige (treuhänderische) Stiftungen gibt es "ungezählt" noch erheblich häufiger als rechtsfähige.

Auch die Zahl der Neugründungen bei den Bürgerstiftungen hat sich 2008 deutlich erhöht, teilt die Initiative Bürgerstiftungen mit. 32 Bürgerstiftungen wurden im Vorjahr errichtet, 2007 waren es noch 28. Mit diesem Wachstum ist Deutschland laut dem "Community Foundation Global Status 2008" nach den USA und jetzt vor Kanada die internationale Nummer zwei im Bürgerstiftungsbereich. (Quelle: www.die-deutschen-buergerstiftungen.de)

Worauf ist dieser Boom zurückzuführen und für wen stellen Stiftungen ein sinnvolles Instrument dar?

1. Was sind die Gründe?

Der Modetrend Stiftung ruht auf zwei sehr unterschiedlichen Füßen:
Zum Einen die ungewöhnlich große Schaffenskraft der Nachkriegsgeneration, der es in den zurückliegenden mehr als 50 Friedensjahren gelungen ist, ein gewaltiges Vermögen anzusparen. Nicht jeder von diesen hat Erben und nicht alle Erben sollen alles erben. Von vielen wird auch empfunden, dass ihr Vermögen nicht nur aus eigener Schaffenskraft erwirtschaftet wurde, sondern dass es ihnen als Segen zugeflossen ist. So wollen sie sicherstellen, dass es auch in der Zukunft für andere zum Segen wird.
Genau hier bietet sich das Instrument der Stiftung sinnvoll an.
Andere Aspekte der Stiftung können z.B. die Sicherung der Unternehmensfortführung sein.

Zum Anderen ist allerdings für die geradezu dramatische Steigerung der Stiftungsgründungen seit 2000 die politische Weichenstellung der Bundesregierung verantwortlich. Mit dem vom Deutschen Bundestag am 24. März 2000 beschlossenen und mit Rückwirkung zum 01. Januar 2000 in Kraft getretenen Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung von Stiftungen wurden steuerliche Verbesserungen für alle steuerbegünstigten Körperschaften, insbesondere aber eben für Stiftungen, mit bis dato unbekannten Ausmaßen beschlossen.

2. Worin bestehen die Vorteile?

Durch die im Jahre 2007 verabschiedeten Reform der Gemeinnützigkeit sind insgesamt die steuerlichen Anreize für alle steuerbegünstigen Körperschaften erheblich verbessert worden, und zwar unabhängig von ihrer Rechtsform, also auch z.B. der e.V. oder die gGmbH. (zur Vertiefung...) So sind viele Gründe, warum in den letzten Jahren (treuhänderische) Stiftungen gegründet wurden, weggefallen. Trotzdem gibt es weiterhin auch steuerliche Gründe, die eine Stiftung attraktiv machen:

So wurde neben allen anderen Steuervorteilen insbesondere die Kapitalausstattung der Stiftung noch einmal deutlich gefördert. Bis zur Reform 07 konnten "nur" 307 TEur steuerlich abgesetzt werden. Jetzt kann bis zu einer Million Euro pro Person, bei zusammenveranlagten Ehepaaren regelmäßig sogar bis zu zwei Millionen steuerbefreit zur Ausstattung einer Stiftung verwandt werden. Anstatt z.B. beim Verkauf eines Unternehmen (-steil) einen ganz erheblichen Anteil an Steuern zum Finanzamt zu tragen, kann so bis zum Höchstbetrag alles dauerhaft dem guten Zweck zugeführt werden.

Interessant ist die gemeinnützige Stiftung aber selbst dann, wenn bereits erhebliche Vermögenswerte von Todes wegen oder durch Schenkung erworben worden sind. Wird der gesamte Erwerb oder werden Teile davon innerhalb von zwei Jahren nach Entstehung der Steuer auf eine gemeinnützige Stiftung übertragen, erlischt insoweit selbst eine bereits festgesetzte Erbschaft- oder Schenkungsteuer rückwirkend. 

Diese steuerlichen Vorteile können sogar alle 10 Jahren wiederholt werden, so dass auch wirtschaftliche Veränderungen entsprechend weitreichend geplant werden können.

Vorteilhaft erweist sich ferner, dass dieser erhöhte Abzugsbetrag neben dem „normalen” Spendenabzug zusätzlich geltend gemacht werden kann. 

Auch wurde auf die wiederholte Bitte aus den Fachkreisen reagiert und die steuerliche Berücksichtigung nicht länger auf die Gründung der Stiftung beschränkt, sondern jede Form der Zustiftung, d.h. Erhöhung des Stiftungskapitals führt zu dem Genuss der steuerlichen Vorteile. D.h. auch durch Zustiftungen in bereits bestehende eigene oder fremde Stiftungen, dort ggf. als sog. Namensstiftungen, verschaffen die steuerlichen Vorteile.

3. Was unterscheidet im Wesentlichen den Verein von der Stiftung?

Steht beim Verein entscheidend die aktive Mithilfe der Vereinsmitglieder im Vordergrund, so ist die Stiftung im Wesentlichen durch die Erträge des Stiftungskapital gekennzeichnet. Im Verein werden mit und durch die Mitglieder die angestrebten „guten Werke“ verwirklicht, während die Stiftung mit den Kapitalerträgen des Stiftungskapitals wünschenswerte Projekte selbst oder wiederum durch andere gemeinnützige Organisation unterstützt bzw. überhaupt erst ermöglicht. Mehr zum Verständnis, was eine Stiftung ist...

4. Wie können wir Sie unterstützen?

Entscheidende Weichenstellung ist gerade bei der Errichtung einer Stiftung wegen des Ewigkeitsgedankens und der damit einhergehenden dauerhaften Bindungen des Kapitals der Stifterwille und die Abwägung aller in Betracht kommenden rechtlichen und tatsächlichen Umstände und nicht zuletzt auch der Motive. Denn immer wieder ist es schon vorgekommen, dass übereifrige Berater, so z.B. von "Fachabteilungen" bestimmter Finanzinstitute, zu der einen oder anderen Stiftungsart geraten haben und sich am Ende herausstellte, dass keine Form der Stiftung geeignet war, den gewünschten Zweck zu erreichen, sondern eine ganz andere Art von Körperschaft notwendig gewesen wäre.

Die Stiftung ist auch nicht an erster Stelle ein Steuersparmodell, wie es oft von Fachleuten dargestellt wird, die schwerpunktmäßig im Steuerrecht zu Hause sind. Jeder erfahrene Berater wird dem Grundsatz folgen, dass das Steuerrecht nur eine von mehreren Aspekten bei einer Beratung ist, der aber das Beratungsergebnis nie einseitig bestimmen darf.

Insoweit ist gerade im Vorfeld kompetente und engagierte Beratung notwendig.

Darüber hinaus bedarf es zur Gründung einer (gemeinnützigen) Stiftung einer Verfassung (Satzung), die Name, Sitz, Zweck, Vermögen und Organe festlegt. Dies erscheint einfach und viele Stifter greifen gern zu den Mustern, die überall erhältlich sind. Für den ersten Einstieg sind Muster auch gar nicht falsch, zumindest wenn sie aus vertrauenswürdiger Quelle stammen, so z.B. von den Stiftungsaufsichtsbehörden der Bundesländer (kostenfrei - gern helfen wir hier auch weiter). Dabei sind jedoch vielfältige Rechts- und Steuervorschriften zu beachten, so dass - wie auch Aufsichtsbehörden empfehlen* - es ratsam erscheint, fachkundigen Rat einzuholen.

Wir würden uns freuen, wenn wir Sie bei der Frage beraten dürfen, ob eine Stiftung für Sie das Richtige ist und wenn ja, welche Art. Gerne begleiten wir Sie auch bei der Errichtung einer Stiftung.

Ansprechpartner / Rechtsanwalt: Fachanwalt für Familienrecht RA Franke

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